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Dom Paul DELATTE

Dom Paul Delatte Solesmes

Dom Paul Delatte ist im Jahr 1848 geboren. Auch er war Prior, als Dom Couturier starb. In Fortführung seiner Vorgänger war der erste Wunsch des neuen Abtes, die Seelen auf Gott hin auszurichten. Er war sich der Klausurnotwendigkeit für ein ernsthaftes Mönchtum bewusst und so sorgte er dafür, dass die Gemeinschaft wieder ins Kloster einziehen konnte. Am 23. August 1895 ist es schließlich soweit: erneut läuten die Glocken.

Doch die Klostergebäude werden aufgrund steigender Eintritte schnell zu klein. Zügig und werden neue, imposante Gebäude errichtet. Am 21. März 1896 fand die Weihe und Grundsteinlegung des riesigen Bauobjekts oberhalb der Sarthe statt. Bereits 1898 wird dieser Teil fertiggestellt. Zeitgleich erfolgen zwei Gründungen: 1895 wird das Kloster Saint-Michel zu Farnborough in der Nähe von Londres gegründet, 1897 das Kloster Sainte-Anne zu Kergonan bei Plouharnel in der Bretagne.

Am 1. Juli 1901 werden die friedlichen Jahre unterbrochen. Das Vereinsgesetz – eigentlich ein Gesetz gegen die Kongregationen – zwingt Dom Delatte und seine Mönche, ins Exil zu gehen. Bewegt verlassen sie am 20. September Solesmes, um nach England, in die vor dort angebotene Freiheit zu gehen. Im Süden der Insel Wight wird das Schloss zu Appuldurcombe ein Zufluchtsort. Die „Famille de Juigné“ kauft die Abtei von Solesmes in der Absicht, sie so bald wie möglich den Mönchen zurückzugeben. 1908 besiedelt die Gemeinschaft die ehemalige Abtei zu Quarr, im Norden der Insel, wo Dom Paul Bellot ein neues Kloster aufbaut.

In der Stille und im Frieden des Exils erfahren die Mönche die Lehre und Bildung ihres Abtes. Alle schätzen seine Qualitäten: eine lichtvolle Intelligenz, eine mit feinem Gespür gemischte Güte, einen gereiften Glauben. Tief und nachhaltig hat Dom Delatte die Gemeinschaft geprägt. Schon zu seinen Lebzeiten ist ein Teil seiner Lehre veröffentlicht worden: der Kommentar zur Regel des hl. Benedikt, sowie Bibelauslegungen: Das Evangelium unseres Herrn, Die Briefe des hl. Paulus. Schließlich veröffentlichte Dom Delatte eine immer noch aussagekräftige Biographie über Dom Guéranger.

1921 trat Dom Delatte von seinem Amt zurück. Er starb im Jahr 1937 in Solesmes.